„Green Takes“ in der Filmproduktion: Nachhaltigkeit spart Kosten
13.07.2026 | Netzwerktreffen am 7.7.2026 bei Beta Film zeigt, wie die Filmbranche Ökologie und Wirtschaftlichkeit verbindetWie Filmproduktionen wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch bewusst zugleich sein können: Das zeigte das Netzwerktreffen des Klimabündnis Ebersberg-München am Dienstag (7.7.) bei der Beta Film GmbH in Oberhaching. Rund 45 Unternehmer aus der Region waren der Einladung gefolgt, um unter dem Titel „Green Takes – Nachhaltigkeit in der Filmproduktion" einen Blick hinter die Kulissen eines der größten Weltvertriebe für Fernseh- und Filmproduktionen in Europa zu werfen.
Mit seinen regelmäßigen Netzwerktreffen ermöglicht das Klimabündnis Ebersberg-München spannende Einblicke in die Praxis seiner Mitgliedsunternehmen. Der Blick hinter die Kulissen, der Erfahrungsaustausch und konkrete Best-Practice-Beispiele geben den Teilnehmenden wertvolle Impulse für eigene Maßnahmen im Unternehmen.
Beta Film verfolgt sowohl bei Filmproduktionen als auch im eigenen Bürobetrieb das erklärte Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dabei spielt immer auch die wirtschaftliche Perspektive eine entscheidende Rolle. Geschäftsführer Moritz von Kruedener machte gleich zu Beginn deutlich, warum die Branche handeln müsse: „Film und Fernsehen verursachen weltweit ähnlich viele Treibhausgasemissionen wie die Luftfahrt."
Wie ressourcenschonende Filmproduktionen in der Praxis funktionieren, zeigten Franziska Dunz und Lukas Baier anhand der Serienproduktion „Der Schwarm", die 2023 erstmals im ZDF ausgestrahlt wurde und weiterhin in der Mediathek abrufbar ist. Die auf dem gleichnamigen Bestseller von Frank Schätzing basierende Serie war ein Pilotprojekt für das Label Green Motion, das heute Voraussetzung für eine Filmförderung in Deutschland ist. Obwohl die Handlung an zahlreichen Orten rund um den Globus spielt, wurden sämtliche Szenen in Italien gedreht. Das sparte nicht nur Flugreisen und damit erhebliche Mengen CO2, sondern senkte auch die Produktionskosten. Für Franziska Dunz von Beta Film einer der wesentlichen Treiber für Nachhaltigkeit: „Energie einzusparen ist oft auch eine Frage der Kosten. Gerade weil der wirtschaftliche Druck hoch ist, entstehen kreative Lösungen."
Dass Nachhaltigkeit nicht nur am Filmset, sondern im gesamten Unternehmen gelebt wird, erläuterte Kommunikationschefin Dorothee Stoewahse: Das Unternehmen hat eine eigene Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, nutzt außerdem Ökostrom und bezieht die Wärme von der Geothermie Oberhaching, bietet den Mitarbeitenden kostenlose Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge sowie Angebote wie Jobticket und Jobrad. Eine Mitfahrbörse, eine Kantine mit großteils vegetarischem Essen, recycelte Taschen aus ehemaligen Messeständen, Glaskaraffen statt Einwegflaschen, Fahrräder extra für die „letzte Meile" von der S-Bahn ins Büro. Für die Fahrräder im Beta Design, die die Mitarbeitenden vom Bauhof geholt und selbst hergerichtet haben, wurde Beta im vergangenen Jahr mit dem KlimabündnisAWARD für besonders innovative, skalierbare Ansätze ausgezeichnet. „Es kann so einfach sein", lautete das Fazit von Dorothee Stoewahse.
Das Klimabündnis Ebersberg-München ist eine Initiative der Energieagentur Ebersberg-München. Die im Klimabündnis zusammengeschlossenen Unternehmen in der Region erfassen ihre Treibhausgasemissionen und reduzieren diese schrittweise. Unterstützt werden sie dabei vom Expertenteam der Energieagentur und dem Erfahrungsaustausch im Bündnis. Unvermeidbare Restemissionen können über die Aktion Zukunft+, mit der regionale Klimaschutzprojekte finanziert werden, ausgeglichen werden.











